Sternbild Steinbock (Capricornus)

Sternbild Steinbock

Beschreibung

Das Sternbild Steinbock (lat. Capricornus) befindet sich zwischen Wassermann und Schütze, und ist eher unscheinbar. Die Bedeutung des Sternbildes im Altertum rührt daher, dass die Sonne den Steinbock in dem tiefsten Punkt ihrer Bahn durchläuft und damit die Wintersonnenwende markierte. Daher wird auch heute noch die geographische Breite von 23° 26′ Süd als Wendekreis des Steinbocks bezeichnet, da die Sonne zur Wintersonnenwende auf diesem Breitengrad im Zenit steht.

Heutzutage hat sich der tiefste Punkt der Sonnenbahn bedingt durch die Präzessionsbewegung der Erdachse in das Sternbild Schütze verschoben.

Der Steinbock liegt auf der Ekliptik, gehört zu den 48 klassischen Sternbildern der Antike und außerdem zu den Tierkreiszeichen.

Kerndaten Sternbild Steinbock

Hellster Stern (Helligkeit): Delta Capricorni, Deneb Algedi, Scheddi (2,81m)

Fläche: 413,947 deg² (Rang 40)

Benachbarte Sternbilder:
Adler, Schütze, Mikroskop, Südlicher Fisch, Wassermann

Mythologie Steinbock

Sternbild Steinbock
Quelle: Stellarium.org

Der Steinbock zählt zu den ältesten Sternbildern, und wurde von den Babyloniern als “”Ziegenfisch”” bezeichnet. Dies rührt daher, dass dieses Sternbild für die Anwohner des roten Meeres die Zeit bezeichnete, in der der Fang von Schwärmen des Ziegenfisches möglich war.

Die Umbenennung zum Steinbock erfolgte erst zur Römerzeit, und auch heute wird der Steinbock noch in vielen Abbildungen mit dem Oberkörper einer Ziege und dem Unterleib eines Fisches dargestellt.

Pan und Typhon

Der griechischen Mythologie zufolge sprang der bockbeinige Gott Pan ins Meer, um dem Untier Typhon zu entkommen, welches auf der Jagd nach den Göttern war. Pan versuchte, die Form eines Fisches anzunehmen, aber es gelang ihm nur teilweise.
Typhon griff daraufhin den Zeus an und riss ihm an Armen und Beinen die Sehnen heraus. Zeus’ Sehnen wurden jedoch von Pan und Hermes wieder eingesetzt.
Nach seiner Wiederherstellung konnte Zeus den Typhon besiegen, und versetzte zum Dank den Pan in der Gestalt des Ziegenfisches an den Himmel.

Der panische Schreck

Eine andere Erzählung der griechischen Mythologie lautet wie folgt:
Pan wuchs in Kreta auf, gemeinsam mit. Über seine genaue Herkunft ist jedoch nichts weiter bekannt. Pan hatte die Beine und Füße einer Ziege, er hatte einen Schwanz und an seinem Kopf zwei krumme, kleine Hörner. Er genoss es zu singen und in der freien Natur zu leben, entwickelte aber ein unstillbares Verlangen nach jungen und hübschen Frauen sowie dem Alkohol, welchen er in Unmengen vertrug.
Er hatte leider die Angewohnheit, ein lautes Gegröle von sich zu geben, sobald er betrunken war. Dieses Gegröle war den Erzählungen nach so fürchterlich, dass er damit jegliches Lebewesen umgehend in die Flucht schlagen konnte. Dies wird auch heute noch manchmal als “panischer Schreck” bezeichnet.

In der großen Entscheidungsschlacht der olympischen Götter gegen dieGiganten der Erdmutter Gaia sowie die Titanen, erwies sich das Gegröle Pans jedoch als wirksame Waffe. Als die Götter kurz vor der Niederlage standen, verjagte Pan alleine mit seiner furchterregenden Stimme diese übermächtigen Gegner.

Bereits auf sehr alten Sternkarten zeigen die Darstellungen des Steinbocks diesen mit einem geringelten Fischschwanz, und bereits um 2800 vor Christus trug das Sternbild Steinbock bei den Sumerern den Namen Ziegenfisch. Dies lässt darauf schließen, dass das Sternbild Steinbock deutlich älter ist als die griechische Mythologie.

Markante Sterne im Sternbild Steinbock

Der hellste Stern im Steinbock ist Algedi, auch als Delta Capricorni bekannt, mit einer Helligkeit von 3,6m. Es handelt sich bei Algedi um einen visuellen Doppelstern, was bedeutet dass seine beiden Partnersterne mit bloßem Auge erkennbar sind. Sie umkreisen sich dabei nicht, und stehen aus der Sicht der Erde nur zufällig in der gleichen Richtung.
Sein Nachbarstern Dabih, auch Beta Capricorni genannt, ist hingegen ein echter Doppelstern. Der hellere Partnerster leuchtet orange, der schwächer leuchtende Partnerstern hingegen blauweiß.

Ein weiterer auffälliger Stern im Steinbock ist Nashira (Gamma Capricornii) mit 3,8m, 

Doppelsterne

Es gibt mehrere helle Doppelsterne im Sternbild Steinbock, die bereits mit einem Fernglas oder kleinen Teleskop in Einzelsterne aufgelöst werden können. So kann β Capricorni (Dabih) mit einem Fernglas in seine beiden Hauptsterne getrennt werden.

Einen besonderen Doppelstern im Steinbock bildet jedoch α Capricorni (Algedi), da dieser schon mit dem bloßen Auge als Doppelstern erkennbar ist (siehe oben).

Finden des Steinbock am Sternenhimmel

Der Steinbock kann im Sommer und Herbst am Sternenhimmel beobachtet werden. Seine Sterne steigen dabei nur wenig über den Südhorizont auf, ihr braucht also einen freien Blick gen Süden.
Die Sterne des Steinbock bilden zwar eine markante Form, je nach Darstellung als ein oder zwei Dreiecke, aufgrund der geringen Helligkeit der Sterne ist das manuelle auffinden am Sternenhimmel jedoch nicht ganz einfach. Zur Orientierung nehmen wir erneut den Pegasus, der Steinbock findet sich deutlich rechts von ihm, noch unterhalb des Wassermanns welcher sich direkt unter dem Kopf des Pegasus befindet.
Als weitere Orientierungshilfe kann der Adler dienen, dessen linker Flügel grob in Richtung des Steinbocks zeigt.
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